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Falkentaler Steig
Diese wichtigste Erschließungsstraße des parzellierten Geländes, angelegt 1894 als Hennigsdorfer Straße, wurde kurz darauf nach dem Lehrer Christoph Albrecht benannt. 1937
Falkentaler Steig 5 (ehemaliges „Pädagogium“ früher Nr. 86)
1896 ließ der katholische Volksschullehrer Christoph Albrecht hier nach dem Vorbild eines belgischen Schlosses das „Pädagogium“ erbauen (damals Albrechtstraße 86), in dem er zuerst selbst wohnte und in das die auf seine Initiative gegründete private Höhere Knabenschule einzog. Die am 1. April 1896 eröffnete Schule bestand anfangs aus drei Klassenräumen und je einer Wohnung für den Rektor und einen Lehrer, ferner aus einigen Zimmern für Schüler, die dort in Pension wohnten. Da in Hermsdorf nur wenige wohlhabende Familien ansässig waren, die das jährliche Schulgeld vom 100

Ostern 1911 übernahm die Gemeinde die Höhere Knabenschule, die fortan kommissarisch von dem Kreisschulrat Düring und seit Herbst 1911 von dem Oberlehrer Schröer geleitet wurde.
1920 beschloss der Berliner Magistrat, die Schule zu einem Reformrealgymnasium auszubauen, das die Schüler bis zum Abitur führte. Ostern 1923 wurde die Abiturprüfung erstmals abgenommen, wobei alle sieben Prüflinge bestanden. Zur Unterbringung weiterer Klassen wurde 1920 eine Baracke aufgestellt. Seit 1919 war Schulleiter der Oberstudiendirektor Dr. Otto Steinbrück. 1928 zog die Schule, die seit 1920 „Hermsdorfer Realgymnasium“ hieß, in das neue Schulgebäude Fellbacher Straße 18/19 um.
Christoph Albrecht hatte inzwischen auch das Grundstück verkauft. Das Adressbuch von 1911 nennt den in Pankow wohnenden Oberlehrer Dr. Brennekam als Eigentümer.
1912 ließ der neue Eigentümer, der Kaufmann Carl Leese, das Gebäude an die Hermsdorfer Kanalisation anschließen. Auch das Adressbuch von 1930 nennt Leese noch als Eigentümer.
In dem Gebäude war seit 1928 das Polizeirevier 294 bis zum Umzug in die Berliner Straße 32 im Jahr 1962 untergebracht. 1945 hatten die sowjetischen Truppen im Haus ihre Oberkommandantur für Hermsdorf eingerichtet. 1963 zog rechts im Erdgeschoss ein Selbstbedienungsladen „Discount-Center“ - später „Aldi“ - ein. Links ließ die Methodistenkirche im selben Jahr einen Kirchsaal mit Plätzen für 42 Besucher einbauen. In diesen Räumen befand sich 1970 die Zahnarztpraxis Skoruppa. 1972 riss man das ehemalige „Pädagogium“ ab.
Anschließend wurde das jetzige Wohnhaus mit 17 Seniorenwohnungen nach Entwurf des Architekten Markschies fur 9,6 Millionen DM errichtet.